Jean- Louis Tanz schliesst Umgebung und Materie mit ein.
Er tanzt mit den Elementen und benutzt sie. Bewusst in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt ist sein Körper, der durch seine aussergewöhnliche Anatomie auffällt. Zunächst fühlte ich mich von den Bewegungen des Körpers und der Muskeln angezogen; weniger vom Tanz in seiner Gesamtheit.
Auffallend war eine Distanzlosigkeit zum Tänzer. Intuitiv liess diese keine Interaktion zwischen Tänzer und dem Betrachter zu.
Jean- Louis zieht alle Energie an, die seiner Umgebung, der Materie der Betrachter. Die Folge ist eine Atemlosigkeit seitens der Betrachter, die es mir zeitweise schwer machten, mich auf das Fotografieren zu konzentrieren.
Automatisch wurde ich immer mehr von dem Körper angezogen. Der Körper selbst spiegelte die Natur wider. Im Körper selbst war die Umgebung sichtbar.
Was zwischen dem Tänzer und mir Distanz schaffen konnte, waren die Materialen, die er benutzte. In einem Tanz, in dem er sich in Plastik und Stoffe einhüllt, zwang er mich zu dieser Distanz. Nur wenn man Körper und Material zusammen betrachtete, konnte man die Metamorphose erkennen, die er vollzog.
Die Verhüllung des Körpers warf die Frage auf, was bei der Enthüllung erscheinen werde. Das fotografische Bild beschreibt die Faszination der Erwartung.
Mich interessierte schon zu Beginn der Bezug zwischen dem inneren und dem äußeren.
Das Innenleben und das Innere des Tänzers waren ständig präsent, selbst als der Tanz vorbei war. Die Haut, die überpräsent war, stellte für mich gleichzeitig die Grenze und Verbindung dar. Über die Haut spürt man als erstes Wärme oder Kälte. Für mich war sie die Grenze des fotografierbaren. Wenn der Tanz zur Introspektive wird, steht die Haut als grösstes Organ zwischen innen und aussen.
Ich sehe das Gesehene nicht als Butô-Tanz an, sondern als den persönlichen Tanz Jean-Louis, der allerdings eindeutig Referenz am Butô nimmt.
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